
Die erste Tango-Reise von Georg und Naomi führt nach Riga. Nachdem Lettland 1991 die Fesseln der sowjetischen Besatzung abgeschüttelt hatte, verharrte Riga noch einige Zeit im Dornröschenschlaf. Ende der 90er Jahre explodierte das kulturelle Leben dann förmlich. Viele Musikstile wurden hier zunächst adaptiert und dann zu eigenen Ausprägungen weiterentwickelt, die die europäische Musikszene des neuen Jahrtausends entscheidend mitprägten. Gleiches gilt für die Mode: wer progressive Ideen sucht, fährt heute in die lettische Hauptstadt. So knüpft Riga denn wieder an seinen Ruf als Paris des Ostens wie in den goldenen Zwanzigern an.
Auch architektonisch sucht Riga seines gleichen: bekannt als Jugendstilmetropole fasziniert doch vor allem die Mischung aus Backsteingotik und mondänen Bürgerhäusern aller Epochen und Stile der 800-jährigen Geschichte.
Langsam entwickelt sich auch wieder die Tango-Szene: wenn man sich auch noch nicht mit Buenos Aires messen kann, so sind doch nicht nur die Einwohner von Riga hungrig auf Tango. Zu den regelmäßigen Milongas kommen Tango-Begeisterte aus ganz Lettland.
Wir freuen uns auf Begegnungen auf einer örtlichen und einer von uns organisierten Milonga.
Übernachten werden wir im einem Hotel der gehobenen ***Kategorie in einem restaurierten Jugendstilhaus im Zentrum.




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Donnerstag (1. Mai)
Nachmittag: 1,5 h TangopraktikaNach individueller Anreise treffen wir uns mittags im Hotel und beginnen zum Kennen lernen mit einer Praktika, eine Gelegenheit für alle Teilnehmer, sich miteinander bekannt zu machen. Inhaltlich wollen wir an der Umarmung arbeiten, d.h. an einem fliessenden und weichen Kontakt, der Verbesserung der Sensibilität und Wahrnehmung der eigenen Haltung und der des Partners durch eine entspannte Verbindung.


Am Nachmittag widmen wir uns wieder 2 Stunden Tango. Nachdem die ersten 2 Tage einer bequemen Umarmung und sicheres Stehen und Gehen vermmitteln sollten, wenden wir uns heute dem Thema „Fangen und wieder fliessen lassen“, zu. Es geht um den kreativen Fluss der Energie im Paar, woraus spannende Tangoelemente wie z.B. Tomadas entstehen.
Abends wollen wir einen eigenen, kleinen Tangoabend inszenieren, zu dem wir auch die lokalen Tangotänzer zu einem Gegenbesuch einladen werden, so dass der lettischen Gastfreundschaft genüge getan wird. Wir freuen uns auf einen weiteren geselligen Abend in Riga.



Am Nachmittag stehen 2 Stunden Tangounterricht auf dem Programm. Sicheres, stabiles Gehen und die Gewichtsverlagerung sind die Themen für diesen Tag, um so Grundlagen für komplexere Bewegungen zu schaffen.
Am Abend steht der Besuch einer lokalen Milonga an. Wir möchten im Rahmen unserer Reise die Gelegenheit nutzen, mit der lokalen Tango-Szene in Kontakt zu kommen. Der Tango in Riga ist noch jung, doch die Szene wächst rasant und die Begeisterung für diesen Tanz ist hoch. Entsprechend gross ist das Interesse, sich austauschen zu können, zusammen zu lernen, zu tanzen und den Tango mit Tänzern aus anderen Ländern zu geniessen...




Abends lernen wir in einem mittelalterlichen Kellerrestaurant mit Kreuzgewölbe die typischen, rustikalen Spezialitäten und regionalen Biere der lettischen Provinzen Kurland, Semgallen, Lettgallen und Vidzeme kennen.
Anschließend ziehen wir durch die Gassen der Altstadt, erfahren dabei welche Bedeutung die Schwarze Katze (Melnais Kakis) in Riga hat und überstehen hoffentlich ohne bleibende Schäden den Schwarzen Balsam (Melnais Balzams).
Sonntag (4. Mai)
Vormittags: 1,5 h AbschiedspraktikaSonntag ist unser letzter Tag in Riga. Wir beenden unsere Reise mit einer abschliessenden Praktika am Vormittag, in welcher wir die Themen der vorangegangenen Stunden zusammenfassen werden. Wer möchte, kann vorab auch einen verlängerten Aufenthalt in Riga buchen und das Flair dieser aufblühenden Metropole weiter geniessen.
Samstag (3. Mai)
Vormittags: Ausflug nach Jurmala (optional)Wer nach durchtanzter Nacht noch Tatendrang verspürt, fährt mit der Elektritschka nach Jurmala, dem Badeort auf der Halbinsel an der Bucht von Riga.
Einst beliebtes Ziel der Zarenfamilie und reicher Russen, erwacht der mondäne Hauptort Majori heute wider zu neuem Leben. Die zwischen lichten Kiefernhainen gelegenen Holzhäuser werden liebevoll restauriert und der Geldadel Lettlands errichtet neue Villen. Wer abgehärtet ist, traut sich am langen Sandstrand in die Ostsee. Wenn Wolken über dem Meer aufziehen, erinnert die Stimmung an Bilder von Emil Nolde. Im rundum verglasten Café lassen sich kurze Regengüsse bequem überstehen bis die Sonne wieder durchbricht.
Mittags bieten sich in der Fußgängerzone von Majori die typisch lettischen, deftigen Bohnen mit Speck und Schaschlik vom Grill an.
Freitag (2. Mai)
Vormittags: Stadtbesichtigung (optional)Wer den Balsam überlebt hat, kann an der gemeinsamen Stadtbesichtigung teilnehmen. Zunächst sehen wir die verschiedenen Ausprägungen des Jugendstils in der Neustadt von Riga. Typisch für die eklektizistisch-dekorative Anfangsphase sind die von Michael Eisenstein entworfenen Mietshäuser. Ihre überaus reich gestalteten Fassaden bestechen durch ein wahres Feuerwerk an seinerzeit neuen Dekorelementen. Dem Streben nach einer eigenständigen, nationalen lettischen Baukunst verdankt der Jugendstil in Riga die nationalromantische Richtung, deren Formen sich der Landarchitektur anlehnen.
Weiter geht es in die Altstadt, die mit dem Dom das größte und der Petrikirche das schönste sakrale Bauwerk des Baltikums hat. Beide sind im für Hansestädte typischen Stil der Backsteingotik. In engen Gassen finden sich mittelalterliche Häuser, barocke Häuser, die vom Reichtum der Stadt erzählen und Bauten weiterer Epochen. Auf dem Domplatz trifft man sich um zu sehen und gesehen zu werden, abends spielen hier Livebands und das Leben tobt im Sommer jede Nacht bis in den frühen Morgen.